duzen





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Wer erst nach Wochen zurück zum Sie will, begeht einen Affront. Der Ranghöhere bietet das Du an, nicht umgekehrt. Sie müssen dann allerdings davon ausgehen, dass Sie von dieser Person nie wieder das Du angetragen bekommen.


Immer nach dem Motto: Wir denken nicht in Hierarchien. Etwa beim Elternabend in der Schule oder im Kinderladen. In manchen städtischen Familien war der Kreis der geduzten nicht-verwandten Personen sehr klein und beschränkte sich auf Jugendfreundschaften.


Kunden duzen oder siezen: „Sie“ oder „Du“ - Person Plural verfasst ist, ist die pronominale Anrede im Brieftext selber in beiden Fällen in der 3.


Duzen oder Siezen: So geht es im Job Duzen im Job. In den meisten deutschen Unternehmen ist eher das Siezen an der Tagesordnung. Zwar nimmt das Duzen im Job seit Jahren zu — laut Umfragen duzt heute jeder dritte Arbeitnehmer seine Vorgesetzten und Kollegen und je größer das Unternehmen, desto mehr sind miteinander per Du. Dann entspricht dies auch meist einer Art Aufnahmeritual und Ritterschlag, Motto: Jetzt gehörst du dazu. Zu Beginn aber ist Höflichkeit und Distanz oberstes Gebot. Vor einiger sorgte wiederum der Vorstand des Versandhauses Otto, Hans-Otto Schrader, für mediales Aufsehen, als er allen 53. Insgesamt herrscht ein partnerschaftlicheres Klima. Nachteile vom Duzen im Job Das Du kann umgekehrt aber auch zu viel Nähe erzeugen, die sich mancher Mitarbeiter gar nicht mal für so erstrebenswert hält. Arbeitsrecht: Ist Duzen eine Beleidigung. Jemanden duzen von zehn Bundesbürgern 38,7 Prozent sagen, dass sie sich pikiert und beleidigt fühlen, wenn sie jemand beim ersten Kennenlernen unaufgefordert duzt, so eine repräsentative GfK-Umfrage. Arbeitsrechtlich ist das Duzen im Job zunächst einmal keine Beleidigung — vor allem, wenn es einem ungewollt herausrutscht. Allenfalls wäre das eine Taktlosigkeit oder Unhöflichkeit. Zur Beleidigung wird Duzen erst, wenn es unerwünscht und trotzdem konsequent angewendet wird — etwa mit dem Ziel, sein Gegenüber herab zu würdigen. Dann verstößt es womöglich auch gegen das Persönlichkeitsrecht Art. Danach hat jeder Erwachsene das Recht die Art und Weise zu bestimmen, wie er oder sie angeredet jemanden duzen will. Einmal erteilt, käme jeder Rücktritt davon einer Herabsetzung gleich. Wer sich auf Augenhöhe begegnet ist entweder per Du oder per Sie. Diese Regeln weichen heute allerdings zunehmend auf. Ein Grund, so banal das auch klingt, ist die Globalisierung und Verflachung der Hierarchien. Hinzu kommen enorme Branchenunterschiede: In der als konservativ geltenden Finanzbranche wird vornehmlich gesiezt, in der Medienbranche dagegen gehört das generell Per-Du-Sein zum guten Stil. Und genau dort lauern dann die Fallstricke… Darf man das Du ablehnen — auch das vom Chef. Zunächst einmal gilt auch im Job, dass die Duzerei eher vom Ranghöheren angeboten wird, also nicht vom Praktikanten oder vom Mitarbeiter gegenüber dem Chef. Falls es keinen Rangunterschied gibt, entscheiden die Dienstjahre. Sprich: Wer länger in der Jemanden duzen ist, darf das Du anbieten, nicht umgekehrt. Und unter Kollegen und bei unterschiedlichen Geschlechtern sollte das Angebot von der Dame, nicht vom Herrn kommen. So jedenfalls der hoch offizielle Benimm-Code. Wenn Sie vorhaben, jemandem das Du anzubieten, dann bitte immer nur als ehrliches Angebot, das auch abgelehnt werden kann — jemanden duzen ohne sublimem Zwang. Beispiel: Wir arbeiten jetzt schon so lange zusammen. Wollen wir uns nicht einfach duzen. Wenn Ihnen das unangenehm ist, ist das für mich aber auch in Ordnung. Und falls Sie das Du angeboten bekommen, können Sie das natürlich jederzeit jemanden duzen. Nur dann bitte genauso höflich und respektvoll. Schließlich ist das Angebot meist Ausdruck von Dank und Wertschätzung. Weisen Sie dies zu forsch zurück, könnte sich der Kollege gekränkt fühlen. Eine Begründung ist zwar nicht nötig, kann aber helfen. Etwa: Vielen Dank für das nette Angebot. Bitte verstehen Sie mich: Ich möchte im Beruf eine professionelle Distanz wahren und daher beim Sie bleiben. Gegenüber dem Chef ist diese Absage natürlich besonders heikel — aber ebenso erlaubt. Nur: Fühlt der sich von Ihnen zurückgewiesen, könnten Sie in seiner Gunst sinken, Zuwendung könnte sich in Abweisung verkehren. Umgekehrt ist es aber auch problematisch: Dann etwa, wenn der Chef das Du nur sehr selektiv einsetzt und Sie damit gegenüber den Kollegen einen Sonderstatus bekommen. Sonderfall: Das Party-Du Wenn die Stimmung steigt und der Alkohol reichlich fließt, kommt man sich schon mal näher. Bis zum Duzen ist es dann nicht mehr weit. So ein Party-Du gilt nur vorerst — erst recht, wenn es im Suff und vom Chef angeboten wurde. Wenn Sie sich am nächsten Morgen sehen, siezen Sie bitte zunächst wieder. Entschuldigen Sie sich einfach, dass Sie das schon wieder vergessen haben, es war eine lange Nacht… Und alles ist gut. Erinnert sich der Chef dagegen nicht mehr, bleiben Sie bitte beim förmlichen Sie. Vom Duzen zurück zum Siezen Was aber tun, wenn man das Angebot zum Du erst angenommen hat, nun aber doch lieber wieder zurück zum Sie möchte. Eigentlich bleibt einem hier nur eine Karenzzeit von 24 Stunden. Nachdem man eine Nacht darüber geschlafen hat, lässt sich so ein Du im Nachhinein noch ablehnen. Natürlich nur extrem höflich, mit viel Taktgefühl und bitte völlig vorwurfsfrei. Also zum Beispiel so: Es ist mir furchtbar unangenehm, aber ich möchte doch lieber beim Sie bleiben. Ich fühle mich mit dem Du einfach unwohl. Und wir können doch sicher auch so gut zusammenarbeiten… Einen solchen Rückzug kann man sich aber wirklich nur maximal noch am nächsten Tag leisten. Wer erst nach Wochen zurück zum Sie will, begeht einen Affront. Das lässt sich kaum anders als persönliche Abstandsgewinnung interpretieren. Bei manchen allzu zudringlichen Kollegen muss das vielleicht auch so sein, aber rechnen Sie dann auch mit entsprechenden Konsequenzen: Gekränkte Seelen sind unberechenbar. Jemanden duzen Lieber nie vorschnell auf ein spontanes Du-Angebot reagieren und Ja sagen. Gerade wenn Sie noch oder in der sind, können Sie diesen Trumpf perfekt ausspielen. Zum Beispiel mit der Begründung, dass Sie eben diese Übergangszeit erst noch abwarten wollen: Vielen Dank für das charmante Angebot. Mir wäre aber lieber, wir würden damit noch bis zum Ende meiner Probezeit warten, bis ich sicher weiß, ob wir auch künftig zusammen arbeiten werden. Aber fordern Sie das auch nie ein — das macht Sie klein. Februar 2017 Autor: Jochen Mai Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche. Mehr von der Redaktion und aus dem Netz.


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Das Sie ist in diesem Falle kein Höflichkeits- Sie, sondern ein Distanz- oder Aversions- Sie. Das Wir-Gefühl soll dadurch gestärkt, Probleme schneller angesprochen werden. Diese Regeln weichen heute allerdings zunehmend auf. Im Folgenden die englische und die niederländische Version der jeweils ersten drei Verse des Vaterunser in der heute üblichen 2. Du magst mal zu einem Dir unbekannten, unfreundlichen, humorlosen Polizisten in einer großen, dialektmäßig fremden Stadt gehen und ihn konsequent Duzen und Dich überraschen lassen.